| Von Wein, Trennung und Kopfschmerzen |
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Warum? Warum geht es immer so schnell? Wohl möglich würde es es schon verkraften. Doch wir, ich würde es nicht. Eine weitere Trennung würde nicht nur ein weiteres Ende, einer weiteren Beziehung bedeuten, sondern vor allem ein Scheitern meiner eigenen Person. Und wer sieht sich selbst schon gerne Scheitern? Eine weitere Trennung kann nur eins bedeuten: Entweder eine schlechte Auswahl des Partners oder zu wenig Einsatz in der Beziehung! Da kommt bei mir natürlich gleich die Frage auf, was von beidem besser ist. Schlechte Auswahl oder zu wenig Einsatz? Und wenn, wie ist dies zu beheben? Momentan würde ich unbedingt auf die schlechte Auswahl tippen. Immerhin bedeutet das, dass man sich zumindest in der Beziehung nichts vorzuwerfen hätte, außer einer falschen Wahl am Anfang. Man nichts dafür kann und nichts dagegen hätte tun können, nachdem es schon passiert war. Und was kann man schon für einen schlechten Geschmack? Das ist doch so wie beim Essen gehen. Manchmal geht man ins richtige Lokal, manchmal ins Falsche. Manchmal wählt man das leckere Essen und dann wieder das Falsche. Manchmal bestellt man den richtigen Wein und manchmal hat man am nächsten Tag Kopfschmerzen. Es kann also nur schon wieder, die schlechte Wahl sein, die ich am Anfang getroffen hatte, wie schon so oft in meinem kurzen, zerbrechlichem Leben. Irgendwann werde ich mich schon richtig entscheiden, für die richtige Person zur richtigen Zeit. Doch was wenn nicht? Was wenn meine Wahl immer wieder falsch ausfällt? Was wenn ich einfach nicht anders kann, als immer wieder den falschen Wein zu bestellen? Da ich zwar weiß, dass ich von ihm am nächsten Tag Kopfschmerzen bekommen werde, aber heute, ja heute wird er mir gut tun. Wer denkt schon an morgen? Heißt es nicht so schön: „Lebe und denke nicht an morgen?“ Was also wenn ich innerlich schon zu Beginn der Beziehung weiß: Das wird nix, aber ein Weilchen, ja ein Weilchen wird’s schon passen. Aus ein Weilchen wird dann Gewohnheit und aus Gewohnheit Liebe. Am Ende hat man dann ganz vergessen, dass man doch eigentlich nur ein Weilchen zusammen bleiben wollte. Ein Weilchen bis sich etwas besseres bietet, doch irgendwie ist dies nicht geschehen und man hat sich eben damit arrangiert. So lange arrangiert bis man, bis ich mich nicht mehr damit arrangieren konnte, mich nicht mehr damit arrangieren möchte. Ja bis mir wieder einfällt, warum ich am Anfang nur ein Weilchen zusammen bleiben wollte. Ein Weilchen und kein Jahr. Doch nun ist es zu spät und aus einem Weilchen sind etliche Monate geworden. Elend lange Monate vergeudeter Zeit. Oder etwa doch nicht? Vielleicht liegt der Fehler doch in der Beziehung! Also sind die Fehler in der Beziehung, vor allem der fehlende Einsatz, auf jeden Fall der falschen Auswahl des Partners vorzuziehen. Denn den jetzt fehlenden Einsatz kann ich in der nächsten Beziehung vielleicht bringen. Einfach mal ein bisschen mehr anstrengen. Einfach mal die Kopfschmerzmittel, die die Kopfschmerzen am nächsten Tag so schön verhindern, am Abend einwerfen. Anstatt sie zu vergessen oder sie absichtlich nicht zu nehmen, weil einem der Weg zum Medikamentenschrank zu weit wäre. Was also wenn ich mich bei der nächsten Beziehung mehr anstrengen, mich mehr bemühen würde? Vielleicht, ja vielleicht klappts ja dann endlich mal und dies alles hätte ein Ende. Dieser elend lange Rattenlauf, auf ins Glück. Doch bis dahin ist`s noch lang. Also warum nicht vorher noch ein wenig Spaß haben? Jetzt werde ich mich erstmal trennen. Denn der Weg zu den Tabletten ist lang. Zu lang und zu anstrengend. Anstrengen kann ich mich auch noch beim nächsten Mal.
Foto: whatmegsaid |
Kommentare
Aber am Ende kann man davon wohl nur versuchen zu lernen, um es beim nächsten mal besser zu machen. Daher kann ich der Aussage des Textes nur vollends zustimmen.
Wie Stand es letztens so schön in einer Zeitschrift: Anstatt sein Heil in der Flucht zu suchen, sollte man sein Heil in den Anfängen, in den Gemeinsamkeiten suchen. Na ja so oder so ähnlich ^^