beziehungskriseWer kennt ihn nicht, den Trott, der sich nach einigen Ehejahren einschleicht.

Der Alltag, dem Bauchkribbeln und Verliebtheit zum Opfer fallen.

Alltagsprobleme, Kindererziehung, Job und private Verpflichtungen bestimmen das Leben.

Romantische Candlelight-Dinner, Urlaube zu Zweit und spontane Zärtlichkeiten gehören der Vergangenheit an.

Die Frauen sind in den eigenen vier Wänden in erster Linie Mutter, die Männer steuern zielsicher auf die Midlifecrisis zu.

Alltag muss nicht der Anfang vom Ende einer Beziehung sein

Das dies nicht zwangsläufig der Anfang vom Ende einer Beziehung ist, zeigen die silbernen und goldenen Hochzeiten, die gefeiert werden. Auch diese Paare hatten ihre Höhen und Tiefen – doch gemeinsam wurden die Klippen umschifft und ein neuer Lebensabschnitt in Angriff genommen.

BeziehungsendeSchwierig wird es, wenn die Veränderungen von Lebensumständen und Persönlichkeit eine echte Beziehungskrise nach sich ziehen.

Diese Krisen können durchaus das Ende einer Beziehung bedeuten, wenn beide Partner die Zeichen zu spät erkennen, keine Gegenmaßnahmen ergreifen oder der Wille zum Erhalt der Partnerschaft fehlt.

Tiefe Beziehungskrisen zeigen sich unter anderem durch:

  1. Vernachlässigung der üblichen Pflichten:
    sei es im Haushalt, der Kindererziehung oder –betreuung, bei getroffenen Absprachen oder sonstigen Gegebenheiten, die früher eine Selbstverständlichkeit waren.
  2. Fehlende Anerkennung, Vermittlung von Schuldgefühlen oder emotionale Erpressung:
    das heißt, ein Partner ist dominant und nutzt die Unterlegenheit des anderen aus
  3. Nachlassenden Respekt:
    der sich zum Beispiel im Bloßstellen von Schwächen, verletzenden Reden über den Partner oder ständigen Unterbrechungen bei Gesprächen zeigt.
  4. Fehlende Kommunikation:
    oder Gespräche, die sich auf den Austausch von Alltagsnotwendigkeiten beschränken. Gefühle und Wünsche sind kein Bestandteil der partnerschaftlichen Kommunikation mehr.
  5. Fehlende Rituale und gemeinsame Aktivitäten:
    sei es aufgrund getrennter Urlaube, zeitaufwendiger einseitiger Hobbies oder der Zurückgezogenheit in den eigenen vier Wänden hinter Fernseher, PC, Zeitung.
  6. Fehlendes sexuelles Interesse:
    wenn Sex zur Pflicht wird oder Seitensprünge Standard werden.

Schritt für Schritt in die gemeinsame Zukunft

Der erste und wichtigste Schritt zum Überwinden der Krise ist eine beidseitige Akzeptanz der unbefriedigenden Situation. Auch wenn erst mal nur ein Partner das Problem zur Sprache bringt, müssen beide Partner für sich überzeugt sein, dass a) eine Krise besteht und b) es sich lohnt, einen Weg aus der Krise zu suchen.

Auch wenn es einiger Gespräche bedarf, ehe diese Akzeptanz auf beiden Seiten erreicht ist, sollte immer wieder das Gespräch gesucht werden, wenn die Beziehung für einen Partner nicht mehr harmonisch verläuft.

In einem zweiten Schritt können die Ursachen der Krise gemeinsam erarbeitet werden. Die Gründe sind oft nicht eindeutig, liegen eventuell weiter in der Vergangenheit und haben gar nicht direkt mit dem Partner oder der momentanen Situation zu tun. Manchmal sind Gespräche mit Dritten oder Unterstützung von Paartherapeuten hier auch hilfreich.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Gemeinsam GlücklichSind die Ursachen erkannt, sollten gemeinsam Lösungsansätze gesucht werden. Wichtig ist hierbei ein ausgeglichenes Verhältnis von beiderseitigen Zugeständnissen, Einschränkungen oder Veränderungen.

Lasten alle Maßnahmen auf den Schultern nur eines Partners, ist die nächste langfristige Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Das Schlüsselwort für alle Lösungsansätze und Diskussionen heißt „gemeinsam“. Beiden Partner muss bewusst sein, dass sie nicht gegeneinander kämpfen sondern zusammen für ein gemeinsames Ziel.

Machtkämpfe, Vorwürfe und negative Gedanken gehören in die Vergangenheit. Jetzt und zukünftig hilft ein Besinnen auf die positiven Eigenschaften und Fähigkeiten, um die Werte des Partners wiederzuentdecken, die einst zum Verlieben führten.

Wenn dies gelingt, kann der Weg aus der Krise zwar steinig und beschwerlich sein, wird aber nicht in einer Sackgasse enden!

Weitere Tipps und Wissenswertes zum Thema Beziehungskrisen finden Sie Beziehung Auffrischen

Fotos: mark sebastianRobert Vitulano, Ulisse Albiati